Delfine La Gomera

Wal- und Delfinarten La Gomera

Mit welchen Arten können Sie auf den Ausfahrten rechnen - oder auch nicht...

Die Kanarischen Inseln sind einer der wenigen Orte weltweit, an dem man ganzjährig Wal- und Delfinbeobachtungen erleben kann. Die beste Jahreszeit ist das Frühjahr mit einer Sichtungswahrscheinlichkeit von praktisch 100%, aber auch in den restlichen Monaten hat man sehr gute Chancen (um die 90%), diesen faszinierenden Meeressäugern zu begegnen. Aber selbst wenn mal eine „Nullnummer“ dabei ist, sollte man nicht zu enttäuscht sein, denn es handelt sich um freie und wildlebende Meeressäuger – und diese 92 Wal- und Delfinarten sind weltweit inzwischen bekannt.

 

Rund um die Kanarischen Inseln wurden davon bisher 30 Arten dokumentiert, vor La Gomera mindestens 24. Das weiß man so genau, da der gemeinnützige Meeresschutzverein M.E.E.R. e.V. die Sichtungen während der einzelnen Ausfahrten dokumentiert und diese Daten dann dementsprechend weiterverarbeitet.

 

Hier stellen wir Ihnen die Arten vor, die auf den Whale Watching Ausfahrten vor La Gomera am häufigsten gesichtet werden:

Pilotwale La Gomera

Indischer Grindwal / Pilotwal (Globicephala macrorhynchus)

Ein Pilotwal kommt selten allein! Diese hochsozialen Meeressäuger verbringen ihr Leben in engen Familiengruppen. Hier vor La Gomera treffen wir sie oft ungefähr drei Seemeilen vor der Küste, da dort die richtige Wassertiefe herrscht, wo sie ihre Lieblingsnahrung (Kalmare und Tintenfische) finden. Indische Grindwale können mit beeindruckender Geschwindigkeit in eine Tiefe von über 1.000 Metern tauchen. Pilotwale können das ganze Jahr über vor La Gomera gesichtet werden.

gewöhnlicher tümmler la gomera

Gewöhnlicher Großer Tümmler (Tursiops truncatus)

Große Tümmler können im Atlantik bis knapp vier Meter lang und bis zu 600 kg schwer werden. Vor La Gomera kann man sie teilweise so nah an der Küste antreffen, dass sie sogar von Land aus zu sehen sind. Weiter draußen auf dem Meer kann man aber auch Hochsee-Tümmler beobachten. Trotz ihres Gewichts können diese akrobatischen Delfine bis zu sechs Meter hoch springen – ein tolles Erlebnis für jeden Whale Watcher! Die Großen Tümmler der Kanaren bilden eine fest ansässige Population zwischen den Inseln, wir können sie also das ganze Jahr über antreffen.

Atlantischer Fleckendelfin / Zügeldelfin (Stenella frontalis)

Die flinken „Fleckis“, wie sie hier liebevoll genannt werden, sind die Lieblinge vieler Tourgäste. Sie sind sehr aufgeschlossen gegenüber Booten und schwimmen oft in deren Bugwelle, sehr zur Freude der Gäste an Bord. Mit einer Größe von maximal knapp über zwei Metern gehören sie zu den kleineren Delfinarten. Junge Fleckendelfine haben noch keine Flecken, wie man auf dem Foto von Mutter und Baby gut erkennen kann. Im Sommer begegnen wir den Fleckendelfinen etwas seltener als in den übrigen Monaten.

Fleckendelfin La Gomera

Gewöhnlicher Delfin (Delphinus delphis)

Gewöhnliche Delfine kann man gut an ihrem sanduhr-förmigen Muster an den Seiten erkennen. Der vordere Teil ist gelb, der hintere grau. Meist trifft man sie vor La Gomera in Gruppen von 20 bis 40 Individuen zwischen Winter und Frühsommer an, sie zeigen also eine ausgeprägte Saisonalität in ihrem Vorkommen. Sie sind meist recht flink unterwegs, schwimmen aber auch gelegentlich in der Bugwelle mit.

Gewöhnlicher Delfin La Gomera
Rauzahndelfin La Gomera

Rauzahndelfin (Steno bredanensis)

Rauzahndelfine werden seltener gesichtet als Große Tümmler, Flecken- oder Gewöhnliche Delfine. Somit konnten sie bisher auch weniger erforscht werden. Charakteristisch ist ihre „flache Stirn“ und die synchrone Schwimmweise. Sie sind dunkelgrau gefärbt, der Bauch hingegen ist hell mit weißen und rosafarbenen Flecken. Was das Verhalten angeht haben Rauzahndelfine alles drauf: sie können sehr scheu sein, aber auch neugierig mit den Booten interagieren und Sprünge zeigen. Sichtungen von Rauzahndelfinen sind unregelmäßig über das Jahr verteilt.

blau weisser delfin la gomera

Blau-weißer Delfin (Stenella coeruleoalba)

Von den Delfinarten, die vor La Gomera vorkommen, ist der Blau-weiße Delfin, manchmal auch Streifendelfin genannt, wohl am schwierigsten zu beobachten. Man muss aufpassen, sie nicht gleich wieder aus den Augen zu verlieren. Diese schnellen, kleinen Delfine nähern sich nur selten den Booten. Im Mittelmeer ist dies interessanterweise anders, dort gilt diese Art als sehr neugierig.

Brydewal (Balaenoptera edeni)

Brydewale sind die am häufigsten gesichteten Großwale vor La Gomera. Sie leben ganzjährig in tropischen oder subtropischen Gewässern und können bis zu 16,5 Meter lang werden. Man trifft sie meist allein oder in Mutter-Kalb-Paaren an. Am ehesten bekommt man Brydewale vor La Gomera im Frühjahr und Sommer zu Gesicht. Um einen Brydewal eindeutig zu identifizieren, bedarf es einer guten Sicht auf den Kopf. Dort befinden sich drei Kopfleisten, die arttypisch sind (die ansonsten ähnlich aussehenden Seiwale haben nur eine).

Brydewal La Gomera

Blainville-Schnabelwal (Mesoplodon densirostris)

Eine Schnabelwal-Sichtung ist etwas ganz Besonderes, wenn auch selten spektakulär. Diese tieftauchenden Meeressäuger verbringen weniger als zehn Prozent ihrer Zeit an der Wasseroberfläche und werden entsprechend selten gesichtet. Blainville-Schnabelwale sind am Rücken grau bis braun gefärbt, die Unterseite ist heller. Am ganzen Körper können sie gelbbraune oder grauweiße Flecken tragen.

Blainville-Schnabelwal La Gomera
Cuvier-Schnabelwal La Gomera

Cuvier-Schnabelwal (Ziphius cavirostris)

Wie die Blainville-Schnabelwale werden auch Cuvier-Schnabelwale eher selten gesichtet. Bei dieser Art handelt es sich um den Weltrekordhalter im Tieftauchen bei den Säugetieren: der tiefste bisher dokumentierte Tauchgang liegt bei knapp 3.000 Metern. Cuvier-Schnabelwale werden bis zu sieben Meter lang. Ihre Körper sind oft von Narben bedeckt, die unter anderem von Bissen von Zigarrenhaien und bei älteren Männchen von Kämpfen mit Artgenossen stammen.

Pottwal La Gomera

Pottwal (Physeter macrocephalus)

Pottwale beeindrucken nicht nur durch ihre Größe (bis zu 18 Meter!), man kann sie auch aus weiter Ferne bereits erkennen: ihr Blas (die Fontäne aus warmer Atemluft) geht schräg nach links vorne weg – nicht wie bei anderen Großwalen senkrecht nach oben. Es gibt eine residente Population von Pottwalen zwischen dem Norden Teneriffas und Gran Canaria, aber auch vor La Gomera können die Giganten der Meere gelegentlich beobachtet werden.

whale watching mit Oceano

Nachhaltiges & respektvolles Whale Watching mit dem Anbieter Oceano Gomera

Authentischer geht es nicht!

Oceano Gomera steht seit über 15 Jahren für sanftes und respektvolles Whale Watching auf La Gomera. In enger Zusammenarbeit mit dem M.E.E.R. e.V. werden während der Ausfahrten Sichtungsdaten aufgenommen und später ausgewertet.
Sie fahren in einem authentischen und kanarischen Fischerboot raus aufs´ Meer, um die Meeressäuger zu beobachten. Näher kann man den Tieren nicht kommen! 
Pro Ausfahrt werden maximal 10 Gäste mitgenommen, so dass es für jeden ein einmaliges Erlebnis wird. Die Ausfahrt dauert 3-4 Stunden und die Sichtungsraten liegen laut Oceano zwischen 80-90% - über das Jahr gesehen.

Über die Autorin - Ulla Christina Ludewig

Ulla Christina Ludewig setzt sich seit über 20 Jahren für den Schutz von Walen und Delfinen ein, seit 10 Jahren auch hauptberuflich bei WDC (Whale and Dolphin Conservation). Im Rahmen ihrer Arbeit auf La Gomera (bei OCEANO Whale Watching) hält sie regelmäßig Vorträge über die Wal- und Delfinwelt vor der kleinen Kanareninsel und engagiert sich seit einiger Zeit auch bei M.E.E.R. e.V., dem wissenschaftlichen Partner von OCEANO. Ulla bezeichnet sich selbst als „flossensüchtig“ (kann ich bestätigen!) und so überrascht es nicht, dass sie bereits einige Länder dieser Welt auf der Suche nach Walen und Delfinen bereist hat.

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Außer die oben genannten Meeressäuger konnten auch diese weiteren Wal- und Delfinarten vor La Gomera gesichtet werden:

 

Informationen zu allen Wal- und Delfinarten finden Sie im Artenführer von WDC (Whale and Dolphin Conservation).

Bildergalerie der häufigsten Wal- und Delfinarten von La Gomera

Beeindruckende und skurrile Fakten über Wale und Delfine

Ein Wal

Die Ultraschall-Laute eines Finnwals sind mit 188 Dezibel lauter als ein Jumbo-Jet. Trotzdem können wir Menschen diesen extremen Frequenzbereich nicht wahrnehmen. Übrigens: Der älteste bisher bekannte Finnwal wurde stolze 111 Jahre alt!

Wussten Sie, dass die Zunge eines Blauwals über 4 Tonnen wiegen kann? Das ist so viel wie 3-4 Elefanten zusammen. Auch das Herz eines Blauwals kann 600 – 1000 Kilogramm schwer werden.

Der Blauwal gilt als das schwerste Tier, das je auf unserem Planeten gelebt hat. Ein Blauwal kann knapp 200 Tonnen schwer werden. Und eine Blauwal-Zunge kann schon mal 4 Tonnen wiegen, etwas so viel wie ein ausgewachsener Elefant.

Pottwale können bei der Nahrungssuche nach großen Tintenfischen bis zu 3 Kilometer tief tauchen. Aber auch der Cuvier-Schnabelwal kann da locker mithalten – er kann sogar noch ein wenig tiefer tauchen.

Ein kleines Blauwal-Baby, welches auch schon 2,5 Tonnen wiegen kann, trinkt mehrere hundert Liter Muttermilch – am Tag!

Auch Delfine wollen zwischendurch mal HIGH werden! Mehrfach hat man Große Tümmler dabei beobachtet, wie sie sich an giftigen Kugelfischen berauschen. In geringen Dosen scheint das Nervengift „Tetrodotoxin“ des Kugelfischs eher entspannend zu wirken.

Ein Orca (Schwertwal) kann eine Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h erreichen. Damit ist er eines der schnellsten Tiere in den Weltmeeren. Aber auch der Finnwal muss sich nicht verstecken: mit knapp 47 km/h ist auch er ein flinker Artgenosse.

Der Grönlandwal kann alt werden! Sehr alt sogar! Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Grönlandwals soll bei mindestens 272 Jahren liegen. Es gibt aber auch Anzeichen dafür, dass diese Tiere bis zu 400 Jahre alt werden können.